www.18maerz.de - Aktionstag für die Freiheit der politischen Gefangenen
Veranstaltung
- Titel:
- Reden vor Gericht von Anwalt Dr. Heinrich Hannover
- Wann:
- 18.03.2011 19.00 h
- Wo:
- Oststadt Bibliothek - Pavillion - Lister Meile 4 - Hannover
- Kategorie:
- Veranstaltung
Beschreibung
Reden vor Gericht -Der Strafverteidiger Dr. Heinrich Hannover liest aus seinen Plädoyers
Heinrich Hannover hat als Strafverteidiger prominenter politischer Fälle Geschichte geschrieben und dabei nie seine eigene kritische Haltung zum bundesdeutschen Justizsystem verschwiegen. Heute liest er aus seinen Plädoyers.
Fr. 18.03.11 | Oststadtbibliothek (Lister Meile 4 - im Pavillon -
Gebäude) | 19 Uhr
Eine Veranstaltung der Roten Hilfe e.V. Ortsgruppe Hannover zum 18. März, dem Tag der politischen Gefangenen
Mit freundlicher Unterstützung von: Pavillon und Annabee - Buchladen
Heinrich Hannover hat als Strafverteidiger Geschichte geschrieben. Etliche seiner Verfahren erregten aufgrund ihrer politischen Bedeutung und der Prominenz der Beteiligten großes Aufsehen, etwa die gegen Lorenz Knorr wegen „Beleidigung“ von Hitler-Generalen als Massenmörder (1964), gegen Daniel Cohn-Bendit wegen Landfriedensbruch (1968) oder gegen Hans Modrow wegen Wahlfälschung (1993). Auch Peter Brückner, Günter Wallraff, Otto Schily und Peter-Paul Zahl gehörten zu seinen Mandanten – ebenso wie zahlreiche weniger prominente Angeklagte in politischen und anderen Strafverfahren.
„So bin ich der Anwalt der kleinen Leute, der politisch oder religiös verfemten Minderheiten, der gegen das kapitalistische System und neue Einmischung in Krieg und Völkermord aufbegehrenden Generation geworden.“ (Heinrich Hannover, Die Republik vor Gericht 1954-1995)
Noch minderjährig wurde Heinrich Hannover zur Wehrmacht eingezogen, und das Kriegserleben machte ihn zu einem Pazifisten und Antimilitaristen, für den das Bekenntnis „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ niemals an Geltung verlieren sollte. Als dem jungen Anwalt im antikommunistischen Meinungsklima der frühen 50er Jahre die Pflichtverteidigung eines Kommunisten zugewiesen wurde, sollte das prägend sein für sein gesamtes anwaltliches Wirken: Hannover vertrat stets die Rechte von Minderheiten, die bei der Wahrnehmung ihrer Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Konflikt mit der Staatsgewalt kamen. Er verteidigte Gegner der Wiederbewaffnung, der Notstandsgesetzgebung und des Vietnamkrieges, setzte sich für eine Änderung der Haftbedingungen Ulrike Meinhofs ein und erzielte Freisprüche für Karl Heinz Roth und Astrid Proll, die der Beteiligung an terroristischen Gewalttaten angeklagt waren. In den 80er Jahren stritt er für die Rehabilitation des 1931 wegen „Landesverrats“ verurteilten Carl von Ossietzky und setzte die Anklage gegen einen SS-Funktionär durch, dem Beihilfe zum Mord an Ernst Thälmann vorgeworfen wurde. Er verteidigte Sitzblockierer gegen den Vorwurf der „Nötigung“ und Politiker, die während des Golfkriegs zu Kriegsdienstverweigerung und Fahnenflucht aufgerufen hatten.
Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit verfasste Hannover zahlreiche Sach- und Kinderbücher. Im Ruhestand schrieb er seine Lebenserinnerungen „Die Republik vor Gericht 1954-1995“, während seine Kanzlei heute u. a. Guantanamo-Häftlinge betreut. Jahrelang wurde Hannover mit Ehrengerichtsverfahren überzogen. Der Vorwurf: er mache vom Recht der anwaltlichen Redefreiheit in standeswidriger Weise Gebrauch. Deshalb begann er, seine Plädoyers auf Tonband aufzuzeichnen. Diese „Reden vor Gericht“ sind nun als Buch mit CD erschienen. Heinrich Hannover kommentiert Auszüge daraus und nimmt uns mit auf eine Reise durch vierzig Jahre politischer Rechtsgeschichte.
Veranstaltungsort
- Location:
- Oststadt Bibliothek - Pavillion - Lister Meile 4 - Website
- Straße:
- Lister Meile 4
- PLZ:
- 30161
- Stadt:
- Hannover
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